Zahlen Fakten Daten

zu den künstlerischen Therapien
in Deutschland

auf der Basis folgender Umfragen:

Pilotstudie 2001 des
Deutschen Fachverbands für Kunst- und Gestaltungstherapie
DFKGT

und

Umfrage 2002 der
Bundesarbeitsgemeinschaft der Träger
Psychiatrischer Krankenhäuser

Umfragen
Der DFKGT besteht seit 1992 und ist derzeit der größte Berufsverband für bildnerisch arbeitende Kunsttherapeutinnen und Kunsttherapeuten in Deutschland.
Aufgrund der grundlegenden strukturellen Veränderungen im Gesundheitswesen, sah sich der Verband im Jahr 2001 dazu veranlasst unter seinen Mitgliedern eine Umfrage durchzuführen, um deren aktuelle Situation in der Arbeitspraxis zu erfassen. Die wichtigsten Ergebnisse dieser Pilotstudie sind hier zusammengefasst.

2002 führte die BAG der Träger Psychiatrischer Krankenhäuser eine Umfrage durch in der bundesweit psychiatrische Krankenhäuser zu den dort tätigen Kreativtherapeutinnen und -therapeuten nach deren Qualifikation und Arbeitssituation.
In den hier befragten Kliniken wird der Begriff "Kreativtherapie" in ähnlicher Weise als Oberbegriff für die verschiedenen Therapieformen aus dem künstlerisch, musischen Bereichen gebraucht wie der Begriff "Künstlerische Therapie"

Die Verknüpfung der DFKGT-Pilotstudie und der BAG-Umfrage zeigt die bundesweite Etablierung und hohe Qualifikation künstlerischer Therapeutinnen und Therapeuten im Klinik- und Reha-Bereich.
Darüber hinaus wurden alle psychosozialen Tätigkeitsfelder in allen Sektoren und Nischen erfasst, bis hin zu Prävention und Nachsorge.
Die Umfrage des DFKGT unter seinen Mitgliedern hatte einen Rücklauf von 67%, der Rücklauf von knapp 22% aller in Deutschland bestehender und befragter Psychiatrien erlaubt insgesamt eine repräsentative Darstellung der Ergebnisse.


Qualifikation
Die von der BAG ermittelten Qualifikationen der in den Psychiatrischen Krankenhäusern tätigen Kreativtherapeutinnen und -therapeuten verteilen sich bezogen auf
die Ausbildungsarten folgendermaßen:

Ausbildungsverteilung BAG

Im DFKGT sind 14 Aus- bzw. Weiterbildungsinstitute organisiert. Bis Ende 2001 haben rund 3000 Kunst- und Gestaltungstherapeutinnen und -therapeuten an diesen Instituten ihre Ausbildung absolviert, auf der Grundlage gemeinsamer Standards, die über den Berufsverband DFKGT gesichert sind.
36% der DFKGT-Mitglieder schließen ihre Ausbildung als Dipl. Kunsttherapeut/in (FH bzw. Uni) an einer staatlichen/staatlich anerkannten Hochschule ab. Zertifikate an privaten Instituten werden in der Regel vergeben nach einer berufsbegleitenden Weiterbildung, aufbauend auf einen Grundberuf aus psychosozialen, medizinischen, pädagogischen oder künstlerischen Bereichen.

DFKGT Ausbildungsverteilung


Klinische Tätigkeitsbereiche
Im klinischen Bereich arbeiten 43% der Befragten, davon 20,7% in Reha-Kliniken, 15,6% in Akutkrankenhäusern und das größte Arbeitsfeld ist das der Psychiatrie mit 61,3%. Differenziert betrachtet ergibt sich folgende Darstellung:

Psychiatrie

Reha

Akut

Vergütung
Trotz heterogener Ausbildungslandschaft und ungenügender berufsrechtlicher Regelung hat sich aufgrund der hohen Qualifizierung in den Angestelltenverhältnissen eine Bezahlung nach dem Bundesangestelltentarif durchsetzen können. Eine Häufigkeit lässt sich sowohl in der Umfrage DFKGT als auch bei der BAG bei BAT IV erkennen:

BAT

Auslastung
Legt man die Anzahl der psychiatrischen Betten in den einzelnen Bundesländern zu Grunde, so ergibt sich laut BAG-Umfrage für die Verteilung 229,43 Betten pro einem Kreativtherapeuten im Bundesdurchschnitt

Auslastung Karte


Künstlerische Therapien sind im Laufe der letzten Jahrezehnte in Behandlungskonzepten der Medizin, der Psychiatrie, der Psychologie, der Psychotherapie, der Heilpädagogik und zunehmend auch bei akut und chronisch körperlichen Erkrankungen zu einem nicht mehr wegzudenkenden therapeutischen Spezialangebot geworden. Therapieformen wie Musiktherapie, Kunst- und Gestaltungstherapie, Tanz- und Bewegungstherapie, Drama-, Poesie- und Bibliotherapie haben eine wesentliche Stellung im Therapieangebot vieler klinischer Einrichtungen, stationär und ambulant, sowohl im akutmedizinischen als auch im rehabilitativen Bereich.
Im hier hervorgehobenen klinischen Bereich fällt der Arbeitsschwerpunkt Psychiatrie/Psychosomatik auf. Diese Patientengruppe bildet seit dem Aufkommen der Künstlerischen Therapien einen Schwerpunkt in der therapeutischen Arbeit mit künstlerischen und kreativen Medien. Sie lässt sich offensichtlich durch Künstlerische Therapie besonders gut erreichen.
Künstlerische Therapeutinnen und -therapeuten verfügen über eine breite berufliche und persönliche Erfahrungsbasis in therapeutisch relevanten Verfahren und über praktische künstlerische und kunst-pädagogische Fähigkeiten. Es werden neben kognitiven und emotionalen vor allem handlungsorientierte therapeutische Ansatzpunkte mit einbezogen. Dadurch wird Kunst regulierend, lindernd, heilend und immer mit ihren integrierenden Möglichkeiten eingesetzt.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

DFKGT
Deutscher Fachverband für Kunst- und Gestaltungstherapie e.V.
Mittenwalder Str. 59
10961 Berlin
Tel.: 030-61 203 208
Fax: 030-61 203 549
>> Mail

BAG der Träger psychiatrischer Krankenhäuser
c/o Landschaftsverband Rheinland LVR
50663 Köln
Tel.: 0221-809-6619
Fax: 0221-809-6620
www.lvr.de
>> Mail

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